Godly Play mit Senior:innen
Ein Bericht aus der Praxis von Sophie Maria Dewitz
Godly Play in der häuslichen Einzelbetreuung von Senior:innen? Geht das eigentlich?
Nach ausgiebiger Testphase kann ich sagen: Definitiv! Es braucht nicht viel: Ein Stuhl in der Küche, der Sessel im Wohnzimmer, ein kleiner Platz auf dem Küchenfußboden reichen aus, um eine (Lebens-) Geschichte lebendig werden zu lassen. Hat man das Glück einer länger währenden wöchentlichen Betreuung, kann die Darbietung auf die jeweilige Lebenssituation, auf persönliche Themen oder Sorgen passend ausgewählt werden.
Erfahrungsgemäß nimmt die Ergründungsphase sehr viel Raum ein, sodass auf eine Kreativzeit in den meisten Fällen verzichtet werden kann oder aus zeitlichen Gründen verzichtet werden muss. Die Darbietungen laden die Hörer:innen ein auf das gesamte Leben in all seinen Facetten bezogen zu werden und so verläuft das
Ergründungsgespräch aufgrund der 1:1 Betreuung häufig sehr tiefgründig auf Pfaden des persönlichen Lebensweges. Immer wieder begegnet mir dadurch die starke beruhigende Wirkung der Geschichten. Mitunter mildern sich körperliche Symptome durch Einsamkeit und Alleinsein wie Schmerzen oder nervöse Herzbeschwerden. Zum Abschluss ist meinen Senior:innen ein Wunsch-Lied (gemeinsam oder von mir allein gesungen), ein Gebet oder der aaronitische Segen sehr willkommen. Und die Frage danach, wann denn die nächste Geschichte gehört werden kann.
Zu Bild 1:
Die Bergpredigt in der Küche, auch eine umgedrehte Suppenschüssel kann
zum Berg werden. Die Seniorin wählte sie selbst aus.
Zu Bild 2:
Testspiel der Geschichte über Paul Schneider in der Stube einer engagierten „Oma gegen Rechts“
Beide Bilder: S. Dewitz

