2. bundesweiter Vernetzungstagung

Text von Markus Rischen, Bilder von Martina Graß

„Wir sind hier zusammen und wollen Gott feiern“, 

mit diesem Lied begann die Tagung am Freitagabend. 35 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland hatten sich im hohen, verschneiten Norden zusammengefunden, um miteinander zum Thema der Tagung „Godly Play und gesellschaftlicher Bildungsauftrag“ zu arbeiten.Die Gastgeber waren die Regionalgruppe Nordelbien und die Kindergottesdienstarbeit Nordelbien, in der Jugend-, Freizeit- und Bildungsstätte Koppelsberg bei Plön.

Der Tagung vorangegangen war ein turnusmäßiges Treffen der Godly Play-FortbildnerInnen und ein erstes Treffen der RegionalgruppenleiterInnen.

 Kennenlernen war das Thema des ersten Abends. Die Fragen: „Wo machst du Godly Play?“ „Was ist für dich das Schönste an Godly Play?“ „Was ist deine liebste Geschichte?“ führten zusammen und luden zum Erzählen ein. Daran schloss sich die Darbietung der Jesaja-Geschichte (1. Teil) durch Evamaria Simon an. Alle hatten die Gelegenheit, im Wondering und der Kreativphase sich und ihr Leben in Beziehung zu diesem Propheten zu setzen. Abgerundet wurde der Abend durch ein kulturell-spirituelles Highlight, dem Lukas-Evangelium in Wort und Musik, dargeboten von Jochem Westhof und Matthias Kempendorf. 

„Die güldene Sonne, bringt Leben und Wonne…“

dieses Lied stand am Beginn des Samstags. Auf den liturgischen Tagesbeginn folgte der Vortrag von Prof. Dr. Christoph Scheilke, Direktor des Pädagogisch-Theologischen Zentrums Stuttgart. Er referierte zum Thema „Bildung, Schule, Religionsunterricht – Grundperspektiven“ Seine 6 Thesen

1. Evangelisches Bildungshandeln zielt auf die individuelle Mündigkeit eines Christenmenschen – verstanden als allgemeine Mündigkeit – und auf Bildungsgerechtigkeit.

2. Evangelisches Bildungshandeln wird zu eng verstanden, wenn es nur auf das Lernen in der Schule bzw. in Institutionen bezogen wird.

 3. Keiner darf beschämt werden: Stärken stärken –oder: Das Kind in die Mitte!

4. Guter Religionsunterricht ist theologische fundiert, lebenspraktisch, didaktisch attraktiv und lerntheoretisch aufgeklärt (K.E. Nipkow).

5. RU ist mehr als, aber auch Bibelunterricht.

6. Kirchliches Bildungshandeln steht in der Schule (aber auch in der Gemeinde) vor grundlegend neuen Herausforderungen, insbesondere dem Religionswandel: Religion als individuelles Projekt der Lebensgestaltung und der religiösen Pluralität und die damit verbundenen Prüffragen führten zu angeregten Gesprächen in Murmelgruppen. Am Nachmittag standen die Workshops im Vordergrund. In einer ersten Runde wurde gearbeitet zu den Themen: 

• Kreativphase und Kreativregal, besonders in der Schule

• Godly Play und Bildungsrichtlinien im Elementarbereich

• Godly Play in der Schule: Synthese zur Trinität 

• Godly Play als inklusives Konzept für Förder und Regelschulen 

Die zweite Runde der Workshops ging zu den Themen:

• Godly Play im öffentlichen Raum, z.B. auf Festen und Märkten

• Godly Play und Gemeindepädagogik und Kindergottesdienst

• Godly Play und Schule allgemein

Der Samstagabend wurde von der Mitgliederversammlung des Vereins „Godly Play deutsch e.V.“ geprägt.Nach dem Bericht des Vorstandes mit der Vorstellung der Ergebnisse des Organisationsentwicklungsprozesses und des Relaunch der Homepage, wurden turnusmäßig Wahlen fällig.

Nach sechsjähriger Vorstandsarbeit schied Evamaria Simon aus dem Vorstand aus. 

Auch Delia Freudenreichs, Martin Steinhäusers und Frank Zeebs Amtszeiten liefen aus – Zeit für die Neuwahlen.

Der neue Vorstand besteht nun aus: Martin Steinhäuser (1.Vorsitzender), Christiane Zimmermann-Fröb (2. Vorsitzende) und Uwe Huchthausen (3. Vorsitzender), sowie Bert Reis als neuem Geschäftsführer. 

Darüber hinaus wurde der Vorstand beauftragt, eine Vertrauensperson zu suchen, die in Konfliktfällen ingeschaltet werden kann. Außerdem hat die Versammlung beschlossen, dass die formale Reakkreditierung der Erzähler nicht mehr notwendig ist. Alle alten Zertifikate werden auf Wunsch neu und unbefristet ausgestellt. 

Am Schluss votierte die Versammlung dafür, die Termine der nächsten deutschen Vernetzungstagung und der nächsten europäischen Vernetzungstagung 2012 in Deutschland möglichst miteinander zu verknüpfen.

Das gesellige Beisammensein beschloss den Abend.

„Viel Glück und viel Segen …“

erklang beim Frühstück am Sonntagmorgen (1. Sonntag der Fastenzeit, Invocabit) für den jüngsten Teilnehmer, Tewes Fröhling, der seinen 4. Geburtstag feiern konnte. 

„Ich will auf das Leise hören, nichts anderes soll mich jetzt stören …“

Mit dem Singen dieses Liedes begann dann die Zusammenkunft aller im Gruppenraum. Darauf folgte die Darbietung zweier Geschichten als Kombination: Die erste Bildtafel der „Gesichter Christi“ und die Darbietung „Das Gleichnis vom tiefen Brunnen“. Ein sehr intensives Wondering schloss sich dem Spiel von Martin Steinhäuser an.

Nach einer Feedbackrunde mit Hilfe der Ergründungsfragen der Glaubensgeschichten endete die Tagung mit dem Reisesegen und dem Mittagessen.

Bericht mit Fotos als PDF

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