Evangelischer Kirchentag in Hamburg

Hamburg bei strahlendem Sonnenschein. So langsam füllen sich die Straßen mit gutgelaunten Menschen, die meisten mit einem Schal in diesmal topmodischer Farbe und der Aufschrift: So viel Du brauchst. Manche Hamburger Bürger schauen noch etwas irritiert: was ist denn hier los? Na, Kirchentag! Mittwochabend, Eröffnungsgottesdienst mitten im Zentrum der Stadt. Der Godly Play-Stand auf dem Markt der Möglichkeiten ist bereits aufgebaut, morgen früh kann es losgehen.

2013-05-02-Kirchentag-02Am Donnerstagmorgen dann füllen sich die Messehallen. Menschen bleiben interessiert an unserem Stand stehen, finden das Material ansprechend, lassen sich einladen zu einem Gespräch. Aha, hinter dem Material verbirgt sich ein ganzes Konzept, wie sieht das denn genau aus? Neben dem persönlichen Gespräch verweisen wir auf auch auf unseren Film, der auf einem Laptop in einer Endlosschleife läuft und so bekommen viele einen schönen und wirksamen Eindruck aus der Praxis. Am besten ist es natürlich, eine Geschichte zu erleben. Es ist jedesmal wieder erstaunlich, wie tief man in eine Geschichte eintauchen kann in dem ganzen Gewimmel und Lärm. Kaum hat eine(r) von uns mit dem Erzählen begonnen, gesellen sich schnell mehrere Menschen dazu und eine bunte Mischung aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen lauscht und schaut, lässt sich ein und erlebt ein angenehmes und tiefes Zur-Ruhe-Kommen. Auch Pedro geht es so. Als Mitarbeiter aus den Lindenwerkstätten ist er gemeinsam mit einem Betreuer angereist. An seinem Arbeitsplatz in Leipzig-Panitzsch ist er zuständig für das Herstellen der goldenen Gleichnis-Schachteln. Hier erlebt er zum ersten Mal eine Geschichte und spürt, was man mit „seinem“ Material alles tun und erleben kann. Toll, dass auch die Lindenwerkstätten diesmal so präsent waren!

Spannend waren auch die Gespräche mit einigen ausländischen Gästen. Großbritannien, Niederlanden, Schweden und Norwegen war vertreten mit Menschen, die Godly Play bereits in ihren Ländern erlebt bzw. davon gehört hatten und nun interessiert nachfragten oder berichteten. Nicht zu vergessen die vielen bekannten Gesichter: „Wie schön, dass ihr wieder hier seid, wollte nur mal kurz Hallo sagen.“ Und all diejenigen, die Godly Play kennen und ganz gezielt vorbeikamen: „ Gibt es eigentlich schon neue Geschichten?“ „Wo findet der nächste Erzählkurs in meiner Region statt?“ „Ich brauche mal ein paar gute Tipps, wie ich Godly Play am besten in meiner Gemeinde einführen kann.“ Von null auf hundert stecken wir drin in einem tiefen Gespräch, ganz ohne methodisch-didaktischen Vorlauf.
Parallel dazu wurden am Donnerstagmorgen die Angebote für Kinder im Erzählzelt mit der „Großen Familie“ eröffnet. Hier standen die Erzählerin und die beiden Türpersonen vor einer ganz besonderen Herausforderung, denn das Erzählzelt bestand nur aus Sand und Naturmaterialien. So gab es keinen vorbereiteten Godly Play-Raum, sondern Kinder und Erwachsene saßen direkt mitten drin in der Wüste. Ein bisschen anders als sonst üblich, aber Godly Play heißt ja auch flexibel sein, sich den Gegebenheiten anpassen und daran wachsen.

Allen Helferinnen und Helfern am Stand und im Erzählzelt (besonders auch denen, die sich ganz spontan dazugesellt haben!) ein HERZLICHES DANKESCHÖN!

Und nicht vergessen: Nach dem Kirchentag ist vor dem Kirchentag. Eine Stuttgarter Kollegin möchte Unterkünfte organisieren für den DEKT 2015 in Stuttgart. Die Einladung gilt schon jetzt und wir freuen uns auch sehr über neue Helferinnen und Helfer. Allen, die noch nie mit dabei waren sei zugesagt: es ist immer wieder ein wunderbares Erlebnis!

Bericht von Ulrike Labuhn

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