Godly Play und Theologisieren mit Kindern – Wechselseitiges Verstehen und Ergänzen
Bericht von der 4. bundesweiten Vernetzungstagung für Godly Play-ErzählerInnen und -FortbildnerInnen

Tagungsbericht von Sheila Whittenberg, Martin Steinhäuser und anderen. Fotos: Martina Grass

Godly Play und Theologisieren mit Kindern – Wechselseitiges Verstehen und Ergänzen
Bericht von der 4. bundesweiten Vernetzungstagung für Godly Play-ErzählerInnen und -FortbildnerInnen

Tagungsbericht von Sheila Whittenberg, Martin Steinhäuser und anderen. Fotos: Martina Grass

Freitag, 11.03.2016

 

Mit Herz und Sinn ankommen

Sheila Whittenberg erzählt:

Alle 2 Jahre veranstaltet der Godly Play deutsch e.V. eine Vernetzungstagung, um uns neu zu inspirieren und frische Impulse in unsere Godly Play-Praxis einzubringen. Am Freitagabend trafen wir uns auf der schönen Burg-Bodenstein in Thüringen zum Thema "Theologisieren mit Kindern". Die 52 Teilnehmer kamen aus allen Ecken in Deutschland und ein paar Gäste kamen noch weiter aus Lettland und Norwegen. Ich war besonders stolz darauf, dass wir diesmal 7 Berlinerinnen mit dabei hatten!

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Wir haben die Konferenz natürlich mit einem Kennenlernen-Spiel angefangen. (Wir sind ja Godly Play!)

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N2016 03 11 Vernetzungstagung 27ach dem Spiel teilten wir uns in 4 Gruppen auf, um eine Geschichte zu erleben. Manche hörten "Das leere Grab", eine Ostergeschichte.

Andere hörten "Die wunderbare Brotvermehrung" oder von „Jesus und der Ehebrecherin“ oder von der „Heilung einer gekrümmten Frau“. Jede Gruppe hatte danach Zeit, kreativ zu sein und ein kleines Fest zu feiern. Als Godly Play-ErzählerInnen finden wir es immer wieder wichtig, selbst zu praktizieren, was wir mit den Kindern machen. Das gemeinsame Ergründen in einem Raum voller Godly Play-Kenner ist eine interessante und ermutigende Sache. Erwachsene, die sich trauen, in die Geschichte hinein zu gehen und zu äußern, was ihnen im Sinn ist. Eine gewisse Freiheit, Gedanken los zu lassen, ohne sie zu bewertet zu haben.  

Vielleicht das Schönste an unseren Veranstaltungen sind die Möglichkeiten, neue Leute kennenzulernen und sich mit alten Freunden auszutauschen. Das haben wir bis spät in die Nacht gemacht!

 

Samstag, 12.03.2016

 

Thematisch arbeiten - und fröhlich feiern

Die Begegnung mit Gott ist natürlich wichtig in allem, was wir bei Godly Play tun. Deshalb fangen wir gern den Tag mit einer Andacht an. Neben schönen Liedern haben Ruth und Heidi ein Gebet mit Bewegung für uns vorbereitet.

2016 03 12 Vernetzungstagung 28Dann ging es zum Thema, "Theologisieren mit Kindern". Das ist seit einiger Zeit ein Forschungsthema in Deutschland und hat, ähnlich wie Godly Play, teilweise den Charakter einer „Bewegung“. Und interessanterweise sind viele von den Forschern mit Godly Play vertraut. Prof. Dr. Petra Freudenberger-Lötz von der Universität Kassel war unsere Referentin und brachte ihr Forschungsteam mit zum Besuch. Frau Freudenberger-Lötz leitet das Projekt, „Forschungswerkstatt Theologisieren mit Kindern und Jugendlichen“ und ist selbst Godly Play Erzählerin.Sie trug uns eine hochinteressante Präsentation über Theologisieren mit Kindern und Godly Play vor - was die beiden Traditionen gemeinsam haben und was sie unterscheidet. Ich war persönlich von ihr als Rednerin begeistert, da sie eine Leidenschaft für ihr Fach ausstrahlt.

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Martin Steinhäuser berichtet über den „thematischen Teil“ der Netzwerktagung:

Die Tagung hatte sich zum Ziel gesetzt, nach Übereinstimmungen, Unterschieden und Schnittflächen im Verhältnis zwischen dem „Theologisieren mit Kindern“ und „Godly Play“ zu suchen. In der Planung der Tagung hatten wir uns gefragt:
Ähnlichkeiten scheinen etwa in der Verbindungen zwischen Kognition und Emotion, zwischen Kopf und Herz zu liegen, aber auch in der Rolle des selbständigen Weiterfragens für die kindliche Erkundung und dem Beachten des konkreten Handlungskontextes als Einflussfaktor auf die Ergebnisse theologischer und spiritueller Erkundungen.
Unterschiede könnten darin liegen, dass von Godly Play aus die kritische Frage entsteht, ob das „Theologisieren mit Kindern“ nicht zu stark kognitiv und zu gesprächslastig ist. Vom „Theologisieren mit Kindern“ her kann kritisch gefragt werden, wo bei Godly Play die Reflexivität bleibt, die doch für den Anspruch von „Bildung“ unverzichtbar sein müsste. Oder welcher Bildungsbegriff wird überhaupt verwendet?
2016 03 12 Vernetzungstagung PPPDiesen und weiteren Fragen und Vermutungen ging Prof. Dr. Petra Freudenberger-Lötz in ihrem Hauptreferat nach, das sie selbst mit einer „Entdeckungsreise“ verglich. Zunächst (1) klärte sie anhand kontroverser Positionen, wie sie selber „Kindertheologie“ versteht – nämlich als „Glauben reflektieren“. Von dort aus warf sie (2) einen Blick auf theologische Gespräche im RU, wo es darum ginge, theologische Deutungen ernst- und aufzunehmen sowie Anregungen zur Weiterentwicklung zu geben. Hier zitierte Prof. Freudenberger-Lötz Rainer Oberthür zu der Frage, was es heiße, „einen eigenen Standpunkt einzunehmen“, nämlich „vorläufig, glaubwürdig, selbstbewusst“ zu reden. Im nächsten Schritt (3) widmete sie sich den Aufgaben einer Lehrperson im theologischen Gespräch. An dieser Stelle ließ sich ein Unterschied zu Godly Play gut verdeutlichen, denn die unterrichtliche Aufgabe, „weiterführende Deutungsmöglichkeiten zum Vertiefen und zum Gestalten anzuregen, mit theologischem Wissen und zusätzlichen Medien“, können bei Godly Play nur vom Kind her gesteuert werden. Daraus entstand (4) ein sehr interessanter Rollenvergleich. Er ist an folgender Folienübersicht der PowerPoint Präsentation von Prof. Freudenberger-Lötz gut nachvollziehbar: PDF von Freudenberger-Lutz

Vom Theologisieren mit Kindern könne Godly Play lernen, stärker auf entwicklungspsychologisches und theologisches Hintergrundwissen zu achten, was zum Beispiel wichtig wird, wenn Kinder beängstigende Gottesvorstellungen äußern. Von Godly Play könnte das Theologisieren mit Kindern lernen, den Raum als Anreger selbsttätigen Lernens gestaltend aufzunehmen (wohingegen beim Theologisieren mit Kindern stärker vom Lehrer gesteuert wird). Ebenso scheint die Behutsamkeit von Godly Play und die Struktur des Ergründungsgesprächs eine Hilfe für „stillere“ Kinder zu sein.
An dieser Stelle brachte Prof. Freudenberger-Lötz das Beispiel eines Jungen aus einer 5. Klasse ein, welches sie dann im (5.) Abschnitt auswertete. Dieser Junge gab zuerst kund, dass er „herausgefunden“ habe, dass es Gott nicht gebe und dass die Geschichten der Bibel unlogisch seien. Nach einer Begegnung mit der Godly Play-Darbietung „Exil und Rückkehr“ hingegen meinte er, „das wichtigste ist, dass Gott immer bei uns ist - an jedem Ort.“ Der Junge erzählte dann von Ereignissen, bei denen er sich von Gott behütet gefühlt habe. Prof. Freudenberger-Lötz nutzte dieses Beispiel, um den Unterschied zwischen stärker kognitiven Zugängen, wie beim Theologisieren mit Kindern, und emotionalen Zugängen, wie bei Godly Play, in ihrem Ertrag für die theologische Erkundung der Kinder sichtbar zu machen - sehr deutlich eine wechselseitige Ergänzung! Abschließend würdigte Prof. Freudenberger-Lötz Godly Play in seiner Eigenart, an der tiefen Identität der Menschen als Geschöpfe Gottes interessiert zu sein und mit einer spezifischen Haltung des christlichen Menschenbildes an theologische Gespräche mit Kindern heranzugehen, aus der übrigens auch Kritik an einer schulischen Leistungsorientierung erwachsen könne. Das ganze Setting bei Godly Play erlaube noch mehr Potenziale als beim Theologisieren mit Kindern für Wertschätzung, Achtung, Glauben an das Potenzial in jedem Kind.
In der anschließenden Diskussion wurden vor allem folgende Fragen reflektiert:
•    wozu diene die Methodenvielfalt beim Theologisieren mit Kindern genau: als tatsächlich verschiedene Formate des Theologisierens oder lediglich als methodische Aufhänger für das Gespräch (welche dann das Eigentliche am Theologisieren sei)?
•    Godly Play habe unbestreitbar ein großes Potenzial für Identifikation und Eintauchen, aber wo sei das Setting für Jugendliche in der Pubertät, deren Aufgabe es sei, kritisch auf Distanz zu gehen? Wo ist der Raum für ihr „Nein“? Jugendliche sind dabei, das Denken über das Denken zu erwerben (so genannte „Mittelreflexion“) - wie könnte dieses Moment in Godly Play aufgenommen werden? Oder ist gerade das Anbieten einer Gegenwelt das, was Godly Play wertvoll macht?
•    Im Ergründen und in der Kreativphase gibt es viele Möglichkeiten, „Nein“ zu sagen und das Eigene einzutragen, ohne die anderen zu stören. Allerdings wollen Jugendlichen mit ihren Fragen nicht allein bleiben - deshalb sind Minigruppen für sie im Freispiel wichtig.
•    Es liegen Erfahrungen vor über Diskussionsgruppen als Teil der Kreativphase - dies scheint Möglichkeiten zu bieten, das Theologisieren mit Kindern in Godly Play zu integrieren
•    Es sei wichtig, sich nicht auf dem Material in der Mitte und den Ergründungsfragen „didaktisch auszuruhen“, sondern theologisch gut vorbereitet zu sein - wie können Godly Play-Erzählerinnen ihr Repertoire erweitern? Muss man eigentlich zum Theologisieren mit Kindern durch ein Studium ausgebildet sein, wohingegen bei Godly Play eine kaum ausgebildete „Laientheologie“ „hinreicht/genügt“? Denn wenn es um weiterführende Deutungsmöglichkeiten geht (zum Beispiel Theodizee-Frage), sei doch Kenntnis über theologisches Deutungswissen nötig. Aber letztlich ist doch das Ergründen eine Kunst des Begleitens - und das könne doch jeder.
•    Eine Teilnehmerin berichtete davon, dass sie in der Vorbereitung auf ein Ergründungsgespräch mit einem Cluster an möglichen Themen ins Gespräch hineingehe, ohne damit den Reichtum des Nonverbalen und Situativen zu schmälern.
•    Sorgt nicht „Versprachlichung“ für einen Abstand von einer Handlung? Aber würde das nicht genau eine „widerspirituelle“ Distanzierung vom Prozess, Gott zu begegnen, erzeugen?
•    Das Theologisieren mit Kindern scheint viel flexibler im Eingehen auf aktuelle Ereignisse (Flüchtlinge, Umweltschutz). Aber Godly Play bietet auf anderer Ebene Freiräume, damit diese Dinge auch zur Sprache gebracht werden können.
•    Im Godly Play gibt es zwar ein Curriculum, aber im Lauschen auf die Themen der Kinder verändert die Erzählerin ihre Curriculum.
Als Kern-Unterscheidung war festzuhalten, dass der Begriff „Theologisieren mit Kindern“ eine bestimmte, kognitive, gesprächsorientierte Prägung hat, zu der eine Reflexivität (Deutung religiöser Vorstellungen) und eine Resultats-Reflexion (Auswertung von Prozess-Ergebnissen) gehören. Daher könne weder Ergründungsgespräch bei Godly Play noch der Godly Play-Prozess insgesamt - jedenfalls wenn man streng bei den Begriffen bleibt - nicht als eine Analogie des Theologisierens mit Kindern betrachtet werden. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Ansätze, deren Ziele sich teilweise klar unterscheiden, mit der „theologischen Kreativität“ von Kindern erkundend umzugehen.

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Am Nachmittag knüpften die Workshops (2 Durchgänge) an den Erfolg der „Dialog“-Methode bei früheren Netzwerktagungen an: Fünf wissenschaftliche Mitarbeiterinnen von Prof. Freudenberger-Lötz stellten jeweils einen anderen, spezifischen Aspekt des Theologisierens mit Kindern anhand von Beispielen vor. Der/die jeweilige DialogpartnerIn waren Godly Play-FortbildnerInnen. Ziel der Workshops war es, dass die teilnehmenden Erzähler interessengeleitet ihre eigenen Instrumente für das Theologisieren mit Kindern zuspitzen. Dabei war es wichtig, dass es ganz praktisch/konkret zuging und die Teilnehmenden im Workshop viel Zeit zum eigenen Erproben/Ausdeuten hatten.

Johanna Kallies-Bothmann berichtet von den Workshops „Theologisieren als Gespräch – Das Ergründen“

Der Workshop sah neben theoretischem Input zum Theologischen Gespräch eine praktische Erprobung vor: Die Teilnehmenden hörten die Godly Play-Geschichte von der kostbaren Perle und führten das Ergründungsgespräch. Danach traten die Workshopleitung und die Teilnehmenden in ein Theologisches Gespräch ein. Im ersten Workshop hob sich das Theologische Gespräch räumlich und strukturell vom Ergründungsgespräch ab, im zweiten Workshop war der Übergang fließend – ausgelöst durch eine spontane Frage eines Teilnehmers zur theologischen Auswirkung des Materialeinsatzes in der Geschichte ... beides interessante Erfahrungen, die folgende Fragen aufwarfen:
Zum Verhältnis von Ergründen und Theologisieren:

  • Frage: Regen die Fragen beim Ergründen bereits zum Theologisieren an bzw. ereignet sich dabei nicht bereits Theologisieren?
    Beobachtung: Vor allem die vierte Frage beim Ergründen (etwas aus der Geschichte weglassen) regt zum gemeinsamen Spielen, Testen, Experimentieren, Überlegen von Erzähler und Kindern/Jugendlichen an. Hier ereignet sich ein Stück „Theologie mit Kindern/Jugendlichen“ (-> Dialogisches Grundprinzip des Theologisierens).
  • Frage: Sollten sich Ergründungsgespräch und Theologisches Gespräch klar voneinander abgrenzen? Oder gehen sie fließend ineinander über und überschneiden sich sogar?
    Beobachtung: Das bewusste Abheben kann einen Bruch verursachen und das Gespräch ins Stocken bringen.
  • Frage: Inwiefern kann ein Gespräch auf der Metaebene das Ergründungsgespräch bereichern bzw. in ein Theologisches Gespräch überleiten?
    Funktionen von Godly Play und Theologischem Gespräch:
  • Frage: Kann Godly Play eine Grundlage für Theologische Gespräche bilden, es initiieren und das Theologische Gespräch dann die Erfahrung auf der Meta-Ebene reflektieren? Oder ermöglichen beide spirituelle Erfahrungsräume? Bereichern sie sich von innen heraus oder eher additiv?
    Zur Funktion der Sprache:
  • Frage: Geht die unmittelbare Wahrnehmung im (Theologischen) Gespräch verloren? Ereignet sich Spiritualität (nur) nonverbal? (Diskutiert wurde Berryman´s Sicht auf das Spiel als erstes Tor zur Wirklichkeit und Sprache als zweites: „Sprache verleiht die Möglichkeit, die Dinge zu stabilisieren, indem wir einen gemeinsamen Abstand von den Handlungen haben.“)
    Zur Rolle der leitenden Person:
  • Frage: Inwiefern kann der Erzähler im Godly Play die verschiedenen Rollen der Gesprächsleitung aus dem Theologischen Gespräch (aufmerksamer Beobachter, stimulierender Gesprächspartner, begleitender Experte) einnehmen? Inwiefern ist Offenheit oder ein Abweichen vom Konzept sinnvoll?

Eve Lotz berichtet von den Workshops: „Theologisieren mit Bildern“

Nach einem kurzen theoretischen Input wurden gemeinsam verschiedene Methoden zum Theologisieren anhand des Bildes „Nacht von Hebron“ (Sieger Köder) vorgestellt und ausprobiert sowie weitere weiterführende Deutungsmöglichkeiten zum Theologisieren angeboten (u.a. zu den Bildern von Paul Klee „Hauptwege und Nebenwege“ und Friedensreich Hundertwasser „Der große Weg“ oder zum Gedicht „Ich lebe mein Leben“ von Rainer M. Rilke). Dabei wurden Methoden „des Sehens“ (einsehen und genaues Hinsehen), Möglichkeiten der Bilderschließung in vier Schritten sowie eine Bildmeditation als Hinführung zum Theologisieren erprobt.
Anschließend wurde das Bildmaterial im Godly Play gemeinsam betrachtet. Nach dem Austausch, welchen Stellenwert Bilder im Godly Play haben, ergaben sich folgende Fragen und Überlegungen:

  • Ich frage mich, ob wir noch andere Ansätze im Umgang mit Bildern im G.P. brauchen?Ich frage mich, gibt das Bildmaterial von Godly Play zu viel vor und schränkt damit die Phantasie sowie Kreativität der Kinder und Jugendlichen ein?
  • Ich frage mich, warum wird das Bildmaterial im G.P. nur zum Zeigen und Erzählen genutzt?
  • Ich frage mich, könnten Methoden des Theologisierens in der Kreativphase ihren Platz finden?
  • Ich frage mich, warum das Bildmaterial im G.P. kaum in der Kreativphase von den TeilnehmerInnen genutzt wird? (Vereinzelt wurde beobachtet, dass Bilder in der Kreativphase abgemalt wurden.)
  • Ich frage mich, ob wir eine Bildersammlung für den GP-Raum erstellen können?

Marie Sophie Kitzinger berichtet von den Workshops „Theologisieren im kreativen Ausdruck“

Nach einer kurzen Vorstellung der Einsatzmöglichkeiten kreativen Ausdruckes im Theologisieren begaben sich die TeilnehmerInnen selbst auf den Weg einer kreativen Erkundung unter der Fragestellung „Wie ist Gott für mich...“. Hierfür standen verschiedenste Materialien zur Verfügung (unterschiedliche Stiftsorten, Modelliermasse, Knete, Draht,...). Wir stellen schnell fest, dass ausreichend Zeit für die kreative Erkundung sehr wichtig ist. Im anschließenden Dialog wurde insbesondere die Frage diskutiert, inwieweit das „Vorzeigen müssen“ auf den kreativen Prozess der Kinder Einfluss nimmt (beim Theologisieren werden die Werke der Kinder nicht selten als Gesprächsanlass genutzt). Schränkt der Druck des Präsentierens die spirituelle Erkundung nicht ein? Aber wie können die Kreationen der Kinder die Gruppe dennoch bereichern, ohne bewertet zu werden, nach Godly Play-Art, um auch die Werke der Kinder wertzuschätzen und zu würdigen? Dies waren zentrale Fragestellungen, auf die der Workshop gestoßen ist.

Melanie Held und Carolin Altmann berichten von den Workshops  „Theologisieren im Spiel – Das Freispiel“
Nach einem kurzen theoretischen Input zur Methodik einer „Stimmenskulptur“ und dem „Fußspuren-Legen“ wurden diese Methoden selbst gespielt. Diese Methoden können gute Ausgangspunkte für theologische Gespräche sein. Im Anschluss daran gab es ein Schreibgespräch zur Freispielphase im Godly Play.
In der anschließenden Diskussion darüber, welche Rolle das Spielen bei Godly Play und in Theologischen Gesprächen einnimmt und wie beide Ansätze an dieser Stelle miteinander verbunden werden können, ergaben sich folgende Fragen, die diskutiert wurden und zur Weiterarbeit anregen:

  • Ich frage mich, wie man im Freispiel Möglichkeiten für theologische Gespräche geben kann?
  • Ich frage mich, ob Freispiel eine Möglichkeit sein kann, nach einem theologischen Gespräch Bilanz zu ziehen?
  • Ich frage mich, ob Kinder im Freispiel theologisieren?
  • Ich frage mich, wie ich besonders dem Aspekt des Freispiels/freien kreativen Ausdrucks auch im schulischen Rahmen einen Platz geben kann?
  • Ich frage mich, wie man im schulischen Rahmen Erkenntnisse und Ergebnisse sichern und evtl. auch bewerten kann?
  • Wie kann ein theologisches Gespräch im Freispiel genau ablaufen/ strukturiert werden

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Am Abend des 12.März 206 fand die turnusmäßige, zweijährliche Mitgliederversammlung des Godly Play deutsch e.V. statt. Dazu gibt es einen eigenen kleinen Bericht auf dieser Website unter „Nachrichten“.

Sheila Whittenberg erzählt vom weiteren Verlauf der Tagung:

Wir haben den Abend ausklingen lassen mit Tanz zur Musik einer Mittelalter-Band aus Potsdam, die voll zur Burg passte!

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Sonntag, 13.03.2016

 

Reflektieren, Gottesdienst feiern und verabschieden

Typisch für Godly Play ist es, dass wir mit noch mehr Fragen weggehen als mit Antworten. Jede "Antwort" verursacht eine neue Frage. So war es am Sonntag im Plenum, als wir Fragen von den Workshops sammelten und darüber austauschten.

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Danach haben wir einen ökumenischen Gottesdienst zusammen gefeiert, da es unter uns eine Vielfalt von Evangelischen, Katholiken, Methodisten und freikirchlichen Konfessionen gibt. Burg Bodenstein hat eine wunderschöne Kapelle zur Verfügung.

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Rund um die Kapelle haben wir die Bilder von "Gesichter Christi" als Plakate aufgehängt. Dann fing „die Geschichte“ an - die Bilder wurden in unterschiedlichen Sprachen erzählt - auf Deutsch, Englisch und Lettisch, auf Norwegisch, Russisch und wieder auf Deutsch... Dann gingen wir alle draußen in den Hof, um von der 7.Tafel (Kreuzigung und Auferstehung) zu hören. Da stand große Godly Play-Figuren aus Holz, die Blätter auf beiden Seiten hatten. Wir konnten darauf schreiben, was diese zwei Seiten von Ostern, die traurige Seite und die fröhliche Seite, für uns bedeutet.

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Nach dem Mittagessen fuhren wir heim. Mit vielen Eindrücken, neuer Inspiration und schönen Erinnerungen!
Bis zur nächsten Vernetzungstagung im März 2018!

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