Godly Play / Gott im Spiel mit Kindern

Kindergarten / Tageseinrichtungen für Kinder

Kindertagesstätte 01Kinder sind Sinn-Erkunder von klein auf. Schon früh stellen sie Fragen an und über das Leben. Nicht selten haben diese Fragen eine religiöse Dimension:
- Wer hat denn alles gemacht?
- Wo war ich, bevor ich in Mamas Bauch war?
- Wo wohnt Gott?
Hat Gott auch das Böse gemacht?
Solche Fragen fordern eine religionssensible Bildungsarbeit heraus. Godly Play / Gott im Spiel bietet Kindern in einer KiTa Möglichkeiten, Antworten auf solche existentiellen Fragen zu erkunden. Es stellt ihnen Raum, Sprache und Rituale zur Verfügung. All dies unterstützt den Selbstbildungsprozess der Kinder.
Junge Kinder lieben eine elementare und bildhafte Sprache. Die Materialien und Bilder von Godly Play / Gott im Spiel helfen ihnen dabei, sich zu konzentrieren. Sie stimulieren haptische und kooperative Erfahrungen und regen die Vorstellungskraft an. Im Erkundungsgespräch erleben und üben die Kinder eine wertschätzende und wertfreie Gesprächskultur.
Im kleinen Fest am Schluss genießen die Kinder das Zusammensein. Godly Play / Gott im Spiel kommuniziert Religion in ganz elementaren Formen und kann dadurch, obwohl es christlich geprägt ist, das interreligiöse Miteinander unterstützen, welches den Alltag vieler KiTas heute herausfordert.

Hans-Jürgen Hinnecke, Referent für Religionspädagogik in Stuttgart

 

Kindergottesdienst / Kinderkirche

KindergottesdienstGodly Play / Gott im Spiel hat viele Schnittflächen mit dem Kindergottesdienst deutscher Tradition. Beide fragen: Was brauchen Kinder heute vom Gottesdienst der Kirche? Was gewinnt die Kirche von der Art, wie Kinder Gottesdienst feiern?
Zwei Modelle von „Godly Play / Gott im Spiel im Kindergottesdienst“ haben sich bislang herausgebildet.

Modell A) Der Ansatz beim Gottesdienst
Der Kindergottesdienst hat die Aufgabe, in die Liturgie der Kirche einzuführen. In die 5 Schritte der elementarisierten Liturgie (Ankommen, Sich Gott zuwenden, Hören und Antworten, Feiern, Segen) werden in der Phase „Hören und Antworten“ die Erzählung der Godly Play/ Gott im Spiel-Geschichte mit Ergründen und Kreativphase – angepasst an den Zeitrahmen - eingefügt.

Modell B) Der Ansatz bei den Kindern
Der Kindergottesdienst stellt in erster Linie einen Raum für Kinder dar, in dem sie über ihre großen Fragen nachdenken und Elemente spiritueller Praxis der christlichen Gemeinde (Gebet, Gemeinschaft und Segen) erkunden und einüben. In diesem Fall folgt der Ablauf dem einer Godly Play/ Gott im Spiel-Einheit, d.h. die Kinder bilden den Kreis, hören die Geschichte, ergründen und gestalten/spielen. Das abschließende „kleine Fest“ wird um liturgische Elemente und Rituale, wie Kerze, Lieder, Gebete, Segen erweitert.

Ulrike Lenz, Referentin für Kindergottesdienst, Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland

 

Kindergruppen in der Gemeinde / Christenlehre

KindergruppeGeschichten zum Anfassen, Verlässlichkeit, Stille, Zeit für sich selbst: das ist es, was Kinder in Godly Play/ Gott im Spiel Gruppen in der Gemeinde erleben können.
Godly Play / Gott im Spiel – Einheiten fügen sich inhaltlich und methodisch sehr gut in eine 60- oder 90- minütige Christenlehre, Jungschar oder Kinderkirche. Die Verlässlichkeit und der feste Ablauf helfen den Kindern, bereit zu werden. Nach einem anstrengendem Schul- oder Kindergartentag haben sie Zeit, all das, was sie innerlich beschäftigt, zu sortieren. Die Freispiel- und Kreativzeit spielt dabei eine besondere Rolle. Die Kinder spüren: Hier ist Zeit für mich und Raum für Gott. Was für ein Geschenk!
Erfahrungsgemäß brauchen Gruppen, die sich am Nachmittag treffen, am Anfang, beim „Kreisbilden“, besondere Aufmerksamkeit und Zeit. Feste Rituale helfen dabei.
Die Vertrautheit innerhalb der Gruppe spielt eine große Rolle. Die Kinder sind ausgeglichener und erleben ein intensives Miteinander. In altersgemischten Gruppen bereichern sich die Kinder durch ihre unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen gegenseitig. Die Offenheit des Ergründens und die Möglichkeiten der Freispiel- und Kreativzeit unterstützen dies. In regelmäßig stattfindenden Gruppen können die Geschichten, in Ergänzung mit Vertiefungsgeschichten,  als Erzählreihe angeordnet werden. Das ermöglicht eine intensive Weiterarbeit an eigenen Themen und Fragestellungen.
So begleitet Godly Play/ Gott im Spiel den Alltag der Kinder in Schule und Familie: mit biblischen Geschichten, mit der Art und Weise, zu fragen, Antworten zu suchen und miteinander umzugehen.

Anne Ebers, ev., Gemeindepädagogin in Dresden

 

Grundschule

GrundschuleDer schulische Religionsunterricht erfährt durch Godly Play/ Gott im Spiel eine große Bereicherung. Die Schülerinnen und Schüler können Religion erfahren und als Gegenstand des Unterrichts kompetenzorientiert aufbauen. Sie werden darin gefördert, ihre theologische Sprache und Haltung zu erarbeiten und zu überprüfen. Die spielerische, behutsame Weise, in der eine Geschichte ergründet wird, ermutigt auch schüchterne Kinder zur selbstständigen Reflexion.
Zwar erfordert der Schulalltag manche Kompromisse. So gibt es meist keinen Godly-Play / Gott im Spiel–Raum; Lehrkräfte müssen die benötigten Materialien mitnehmen. Auch der 45-Minuten-Takt oder die Notengebung stören den fließenden Prozess des subjektiven Erkundens.
Deshalb müssen Godly Play / Gott im Spiel-Einheiten sorgfältig eingefügt werden. Aber der Aufwand lohnt sich wegen der großartigen theologischen Entdeckungen, die die Schülerinnen und Schüler mithilfe dieses Konzeptes machen können. Mit wachsendem historischem und moralischem Interesse durchdenken Kinder Geschichten von Gott und Mensch. Godly Play/ Gott im Spiel bietet ihnen dafür verbale und nonverbale Pfade. Individuelles und kooperatives Spielen erlaubt ihnen zunehmende Eigenständigkeit.
Godly Play / Gott im Spiel ist geeignet bis zur 6./7. Klasse. Während es in der Pubertät den Jugendlichen in der Schule oft schwer fällt, sich dem Spiel zu öffnen, gewinnen sie in der Oberstufe wieder ganz neue Lust am spielerischen Theologisieren.

Eva Forssman, ev., Pfarrerin/Religionslehrerin in München

 

InklusionInformationen zu Godly Play / Gott im Spiel für SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf finden Sie auf der Seite Godly Play / Gott im Spiel für Jugendliche.

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