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kritische Diskussion zu "GP als KiGo"

Re: kritische Diskussion zu "GP als KiGo"

Martin Steinhäuser kommentierte:

Was ich sofort zurücknehmen möchte, ist der Begriff "Haupt"-Gottesdienst - das war ungenau formuliert. "Erwachsenen"-Gottesdienst passt besser, um den Unterscheid zu markieren, wenn man es denn möchte.

Was aber wiederum noch wenig bedacht wird in unserem Gespräch ist die Frage, wie sich die gottesdienstliche Qualifikation des Kindergottesdienstes dadurch verändert, dass er teilweise parallel zum Hauptgottesdienst läuft. In Sachsen ist bisher zum Beispiel in vielen Gemeinden üblich, dass die Kinder nach der 1. Lesung zum Kindergottesdienst gehen. Dann würde die gesamte Eingangsliturgie ja nicht im Kindergottesdienst verdoppelt!
Wenn ich das mal ganz subjektiv-punktuell ergänzen darf: in unserer Gemeinde in Leipzig gehen die Kinder, seid Godly Play als Kindergottesdienst Konzept eingeführt ist, während des Eingangsliedes im Kindergottesdienst. Wenn in Gottesdienst Abendmahl gefeiert wird, was alle 14 Tage der Fall ist, dann sind wir rechtzeitig dafür wieder zurück und feiern imKindergottesdienst kein "Fest", sondern nehmen uns Zeit für die Kreativphase. Ist aber Predigtgottesdienst, dann lassen wir die Kreativphase weg und feiern dafür unser Fest. Und gerade in jüngster Zeit sind bei uns im Kindergottesdienst Team Überlegungen und Wünsche laut geworden, eine Auswahl an Liedern sowie eine Segensformulierung fest mit einzubinden.

Ich möchte hier auch nochmal auf den Aufsatz von Ute Bögel im Bd. 5 der Buchreihe Godly Play hinweisen (Godly Play als "unmögliche Möglichkeit"). Dazu kommen jetzt die liturgisch-theologischen Aspekte stärker in den Blick. Könnte es sein, dass es hierzu in der Kindergottesdienstlandschaft der EKD auch Unterschiede gibt, ähnlich wie beim Erwachsenengottesdienst? So ähnlich wie die "high church and low church" in der Anglikanischen Kirche? Dass es  also Auffassungen gibt, die die liturgischen Dimensionen des Gottesdienstes sehr viel niedriger hängen als andere? Manchmal erleben Gäste aus Berlin-Brandenburg oder Württemberg unsere sächsische Liturgie als sehr ungewöhnlich detailliert, ausführlich und gesungen! U.U. würde hierzu die aktuelle akademische liturgische Diskussion Aufschluss geben, allerdings ist diese ja auch noch etwas etwas anderes als die gemeindliche Praxis oder die landeskirchlichen Vorstellungen. Aber ich frage mich, ob es hier vielleicht Entsprechungsverhältnisse zwischen unterschiedlichen Gewohnheiten/Traditionen/Vorstellungen von der liturgischen Charakteristik des Erwachsenengottesdienstes und des Kindergottesdienstes gibt. Würde mich jedenfalls nicht wundern.

Damit ist aber auch klarer geworden, inwiefern Godly Play zwischen Baum und Borke, zwischen Bildung und Gottesdienst, zwischen Bibeldidaktik und persönlichem Eintauchen platziert ist. Je nach Handlungskontext müssen dem Konzept Elemente zugefügt oder weggelassen werden. Diese Einsicht ist nicht neu, wir das müsste in den Fortbildungen deutlicher gesagt werden. Für die weitere konzeptionelle Adaption von Godly Play für den deutschsprachigen Raum sehe ich hier eine wünschenswerte Flexibilisierung.

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Re: kritische Diskussion zu "GP als KiGo"

Eva Forssman schreibt:

Für mich wäre es eine zu starke Engführung, wenn Godly Play auf "impliziter Gottesdienst" reduziert würde. Im Kindergottesdienst, der hier parallel zum Erwachsenengottesdienst gefeiert wird, haben wir eine eigenständige Anfangsliturgie, in die Godly Play in der Verkündigungs"phase" eingeschleust wird. Der Abschluss ist das Fest, das aber nach dem Aufräumen nochmals in einem Gebetskreis für das Vaterunser und den Segen endet. Das ist für mich für einen Kindergottesdienst unverzichtbar.
Ich habe jetzt in mehreren Gottesdiensten der Church of Scotland gelernt, dass dort nicht notwendig ein Vaterunser gesprochen wurde. Daher verstehe ich jetzt eher, warum Berryman es in Godly Play nicht fest verankert hat.
Godly Play macht den Religionsunterricht viel liturgischer als es sonst an einer staatlichen Schule stattfindet. Aber gerade weil die Liturgie so strukturell und nicht so offensichtlich ist, kann ich Godly Play dann auch guten Gewissens in diesem Kontext verwenden. Hätte es in seiner festen Struktur Eingangsliturgie und Vaterunser verankert, dann fände ich das viel schwieriger.
So ist es für mich gerade der Charme von Godly Play, dass dieses Konzept weder das eine noch das andere ist, sondern sich dort und dort anwenden lässt.

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Re: kritische Diskussion zu "GP als KiGo"

Ulrike Lenz antwortete:

Liebe Eva,
Was Du schreibst ist so klar und gefällt mir absolut!
Ulrike

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Re: kritische Diskussion zu "GP als KiGo"

Liebe Godly Player,
ich finde auch, dass Evas Ausführungen viel Klarheit in die Frage bringen. Ein Kindergottesdienst hat eine eigenständige Anfangsliturgie und Godly Play ist der Verkündigungsteil. Auch ein Schluss mit Vaterunser und Segen ist im Kindergottesdienst unverzichtbar. Die liturgischen Fragen haben die gleiche Sorgfalt und Vorbereitung und sind nicht nur ein kleines Lied am Schluss.

Wenn Godly Play parallel zum "Haupt"gottesdienst während der Predigt läuft (wie es z.B. bei Martin in Leipzig geschieht), dann haben Kinder auch eine Liturgie gehabt, nämlich die der Erwachsenen. Dann ist es formal auch ein Gottesdienst, aber der liturgische Teil ist für Kinder unattraktiv und langweilig.
Godly Play selbst hat diesen liturgischen Teil nicht.
Bei Godly Play ist vieles festgelegt. Der Text der Geschichte und die Fragen für die Ergründung. Die Gesten bei der Erzählung und der Ort, wo die goldene Schachtel hinkommt. Nur bei der Liturgie kann jede/r plötzlich machen was er will? Wie geht das zusammen?  Es würde mich ja freuen, wenn wir plötzlich diese Vielfalt bekommen bei Godly Play.

Dann aber bitte auch mit einer anderen Wertschätzung der Kindergottesdienstarbeit. Manche Formulierungen enthalten doch eine einseitige und pauschale Beurteilung.
Es ist nicht so, dass nur bei Godly Play spirituelle Tiefe und Ergriffenheit ist. Auch im Kindergottesdienst entwickeln die Kinder eigene Gedanken und Vorstellungen von Gott. Es gibt gute und fürchterliche Kindergottesdienste und es gibt gute und fürchterliche Godly Play Stunden.
Einen herzlichen Gruß aus Hamburg
Jochem

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